Kinderbetreuung – Herausforderung für alle Beteiligten

14.02.2017

Die Betreuung von Kindern ist aktuell immer noch eines der Themen der Kommunalpolitik, mit denen die meisten Emotionen verbunden sind. Allerdings hat sich der Schwerpunkt deutlich verlagert. Ging es in den letzten Jahren vordringlich um den Ausbau des Angebots, insbesondere hinsichtlich des Rechtsanspruchs für die unter 3-Jährigen, hat sich die Diskussion aktuell im Schwerpunkt auf finanzielle Fragen verlagert.
Viele Eltern beklagen hohe Belastungen durch den Elternbeitrag. Die hohen Kosten der Krippenplätze schlagen dabei besonders zu Buche, da die kleineren Gruppengrößen für die Kleinsten folgerichtig zu höheren Personalkosten und damit auch zu höheren Elternbeiträgen führen.
Damit ist die Problemlage aber noch nicht vollständig beschrieben, denn nicht nur die Eltern stöhnen unter den Kosten. Auch die Städte und Gemeinden beklagen mit Recht explodierende Ausgaben für die Kinderbetreuung, so dass Spielräume für nötige Investitionen immer geringer werden. Somit dürfte auch logisch sein, dass die einfache Formel, die Gemeinden müssten doch nur geringere Elternbeiträge festsetzen, rechnerisch nicht aufgehen kann. Auch der Kreis kann nicht der alleinige Schlüssel zur Lösung des Problems sein, zumal auch hier bereits jedes Jahr Millionen Euro mehr für Sozialstaffel und Geschwisterermäßigung aufgewandt werden.
Bleibt das Land, das seinen Beitrag an den Platzkosten gedeckelt hat und stattdessen „wahl“-werbewirksam 100 € Krippengeld an Eltern verteilt. Nette Idee vielleicht, aber mit Sicherheit kein Beitrag zu einer nachhaltigen Problemlösung. Wie sich die o.g. Problemschilderung überhaupt mit der Programmatik verträgt, Kita grundsätzlich kostenlos anbieten zu wollen, erschließt sich mir nicht, denn auf welchem Weg sich dies finanzieren ließe, bleibt offen.
Dabei drücken Kommunalpolitiker und Eltern noch weitere Herausforderungen: Das Angebot ist quantitativ und hinsichtlich der Öffnungszeiten noch immer nicht vollständig bedarfsdeckend. Die Nachmittagsbetreuung der Schulkinder stellt weitere Aufgaben. Die Betreuung mit Hortangeboten ist rückläufig. Für die Offene Ganztagsschule fehlen verbindliche und verlässliche Standards sowie eine mehrstufige Finanzierung wie im Kindertagesstättensystem, die nicht allein von Eltern und Standortgemeinden abhängt.
Die CDU-Kreistagsfraktion hat diese Aufgaben im Blick. Auf allen Ebenen daran konkret zu arbeiten ist nötig und würde sowohl Eltern als auch Kommunen helfen.

 

Mark-Oliver Potzahr